Schon gewusst?

Im Kino werden vom (aktuell zumeist noch analogen) Projektor 24 Bilder pro Sekunde ausgegeben. Die Bildwiedergabe erfolgt also mit 24Hz. Doch unser Fernsehsystem zeigt, wie oben beschrieben, 50 Halbbilder pro Sekunde.

Bei der Überspielung von Film auf Video bedient man sich daher eines Tricks: Der Kinofilm wird ein wenig beschleunigt, auf 25 Bilder pro Sekunde. Jedes einzelne Kinobild ergibt zwei Halbbilder, eines mit allen geraden, das andere mit allen ungeraden Zeilen. In einer Sekunde entstehen 50 Halbbilder aus 25 Kinobildern.

Die leichte Beschleunigung des Filmmaterials erklärt auch, warum die Heimvideo-Versionen immer eine um ca. 4% kürzere Laufzeit als die Kinoversion aufweisen: Der Film läuft einfach schneller.

Blu-Ray Disc (TM) -Geräte sind aus diesem Grunde zumeist schon in der Lage auch Filme mit 24Hz abzuspielen.

Hochauflösendes Fernsehen

HDTV steht für High-Definition-Television und ist der aktuelle Standard für hochwertige Bildqualität beim Fernsehen. Durch eine gegenüber dem PAL oder NTSC-Verfahren wesentlich höhere Auflösung bietet HDTV, an den entsprechenden Ausgabegeräten, ein Bild mit wesentlich schärferen Konturen, satteren Farben und einer hohen Tiefenschärfe. Auch die Tonqualität, mindestens in Dolby Digital, ist der analogen Technik weit überlegen.

Der in Deutschland verbreitete PAL-Standard bietet eine Auflösung von 720x576 Pixeln (wobei 720 die Anzahl der horizontalen Linien und 576 die Menge an vertikalen Zeilen bezeichnet). Außerdem werden

PAL-Bilder im sogenannten Halbbildverfahren mit 50Hz gesendet.

Für Hochauflösendes Fernsehen sind die Auflösungen 1080p/1080i sowie 720p die Relevanten. "i" steht hierbei für "interlaced", d.h. wie Pal mit Halbbildern und "p" für progressive (d.h. Vollbilder). Das Format 1080 hat eine Auflösung von 1920x1080 und wird auch als Full-HD bezeichnet, 720 hat eine Auflösung von 1280x720 Pixeln.

Wie an der Auflösung gut zu erkennen ist, werden HD-Bilder im

16:9-Format (1,78:1) und PAL-Bilder im 4:3 Format (1,33:1) übertragen.

HD ready

Im Januar 2005 wurde vom Verband der europäischen Hersteller von Informations- und Kommunikationstechnik (EICTA) das Logo "HD ready" vorgestellt. Das Label soll dem Verbraucher beim Gerätekauf als Orientierungshilfe dienen, damit er ein Modell wählen kann, was auch wirklich die Anforderungen für HDTV-Empfang erfüllt. Das "HD ready"-Label ist kein Qualitätsmerkmal oder Gütesiegel. Es zeigt einzig und allein, dass das entsprechende Gerät den Mindestanforderungen für HDTV entspricht. Diese sehen folgendermaßen aus:

  • Gerät im Breitbildformat 16:9
  • minimale native vertikale Auflösung mit 720 Zeilen
  • YUV-Eingang und
  • DVI- oder HDMI-Eingang, Kopierschutz HDCP muß unterstützt werden.
  • Fähigkeit, HDTV in den Auflösungen 720p (=1280x720) /1080i (=1920x1080) bei 50 und 60 Hz darzustellen

Bitte beachten Sie: Ähnliche Bezeichnungen, wie z.B. HDTV-kompatibel, HD-fähig oder HDTV ready tragen häufig Geräte, die einzelne Anforderungen nicht erfüllen.

Empfang

Vorraussetzung für den Empfang von digitalen Fernseh- und Videobildern ist eine digitale Datenübermittlung, ein entsprechendes Empfangsgerät (zumeist eine sog. Set-Top-Box oder ein

Blu-Ray Disc (TM) -taugliches Gerät) sowie ein passendes Gerät um die Bildinhalte anzuzeigen (LCD-,Plasma, Beamer, Computer-Bildschirm).

Diese digitale Übermittlung ist derzeit per Satellit (DVB-S) sowie Kabel (DVB-C) möglich. Aufgrund der großen Datenmengen ist der Empfang per DVB-T momentan nicht möglich.

Theoretisch könnten auch DVDs hochauflösende Filme speichern und wiedergeben, aufgrund der sehr hohen Datenmengen wäre dieses aber nur durch eine Aufteilung der Filminhalte auf mehrere Disks möglich.

Aus diesem Grund wurde das neue Format Blu-Ray Disc (TM) eingeführt, welches eine wesentlich höhere Speicherkapazität hat und somit bestens für hochauflösende Filme geeignet ist.

Auch eine Übertragung bzw. Bereitstellung über das Internet ist natürlich möglich.

Progressive Scan

Beim PAL-Standard werden Bilder als Halbbilder im sog. Halbbildverfahren (engl. interlace) dargestellt. Dieses Verfahren wurde Ende der 1920er Jahre bei Telefunken 1930 als "Verfahren zur Abtastung von Fernsehbildern" patentiert. Das Verfahren wurde mit der Absicht entwickelt, Bilder auch bei geringen Bandbreiten möglichst flimmerfrei darzustellen.

Die Funktion beruht darauf, dass zunächst nur die geraden Zeilen und anschließend die ungeraden Zeilen gesendet werden. Durch die Trägheit des Auges entsteht aus diesen beiden Halbbildern wieder eine Filmdarstellung mit einer Wechselfrequenz von 25 Bildern/Sekunde.

Somit besteht ein Vollbild aus 576 sichtbaren Zeilen, die Halbbilder aus 288 Zeilen. Es werden dabei 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen, die dann 25 Vollbilder ergeben.

Beim Vollbildverfahren (engl. progressive scan) werden, im Gegensatz zum Halbbildverfahren Vollbilder gesendet. Das Bild wird anstatt in 50 Halb- in 50 Vollbildern pro Sekunde bei PAL (bzw. 60 bei NTSC) an das Bildausgabegerät weitergeleitet. Im Idealfall erscheint das übertragene Bild deutlich klarer und detaillierter und das unanagenehme Zeilenflimmern wird reduziert. Progressive scanstammt aus dem Computer Bereich (jeder VGA Monitor arbeitet progressiv) und hat in den letzten Jahren durch die DVD-Technologie Einzug in die Heimkinowelt genommen.

HDTV