Interaktives Fernsehen

Digitaler Fernseh-Genuss

Digitaler Fernsehgenuss aus dem Weltall

Der TV-Empfang über Satellit (DVB-S) bietet mit Abstand die größte Programmvielfalt. Über 2000 Programme sind alleine mit dem Satelliten Astra zu empfangen, davon etwa 200 unverschlüsselt. Auf diesem Wege ist auch der Empfang ausländischer Sender kinderleicht. Neben den Fernseh- und Hörfunk können aber auch jede Menge anderer Daten übertragen werden. So ist es beispielsweise möglich, mit der SAT-Schüssel auch Internet-Inhalte abzurufen.

Um SAT-Signale zu empfangen sind eine Schüssel, ein LNB (der Low Noise Block Converter ist das eigentliche Empfangselement einer Satellitenantenne. Er ist auf einem Arm montiert und bündelt die von der Schüssel reflektierten Signale, verstärkt sie und setzt sie in Frequenzen um, die das Empfangsgerät "versteht"), Verbindungskabel sowie eine sog. Set-Top-Box nötig.

Um eine Satellitenschüssel zu installieren benötigen Sie ein Platz der absolut freie Sicht nach Süden (alle geostationären Satelliten befinden sich auf einer Kreisbahn um den Äquator, südlich von Deutschland, in rund 36000 km Höhe) bieten, weder Äste noch Bäume oder gar Mauern dürfen im Weg sein, d.h. die Schüssel muss "Blickkontakt" mit dem Satelliten haben.

Derzeit ist der empfang von TV über Satellit noch kostenlos möglich, die Anbieter planen aber zukünftig Inhalte eventuell nur noch kostenpflichtig anzubieten.

Digitale Technik

Gelegentlich kann es beim Empfang von digitalem Fernsehen zu Ausfällen kommen. Es kommt zu Klötzchenbildung (Abbildung oben) bzw. einem schwarzem Bildschirm.

Anschluss:

Die sog. Set-Top-Box wird einfach zwischen der Empfangsantenne bzw. Kabelanschluß oder SAT-Schüssel und dem Fernseher angeschlossen - am besten über den SCART-Eingang.

Nach dem Anschluss werden die TV-Programme über die Fernbedienung programmiert - und schon ist der Fernseher bereit für den Empfang von digitalem Fernsehen.

Digitales Fernsehen - Die Zukunft ist digital

Es begann bereits 1994 in den USA. Hier wurde zum ersten Mal digitales Fernsehen kommerziell unter dem Namen DirecTV angeboten. Seitdem ist die Digitalisierung des Fernsehens im vollen Gange, bis vor kurzem jedoch noch Abseits der deutschen Öffentlichkeit. Der erste bekannte deutsche Sender, der voll auf die Digitaltechnik setzte, war 1997 Premiere. Premiere konnte sowohl per Satellit als auch über das Kabelfernsehen digital empfangen werden.

Als Digitalfernsehen bezeichnet man die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen in digitalisierter Form. Dazu werden die, zumeist noch analogen, Bild- und Tonsignale in digitale Datenströme verwandelt.

Nach Planungen der Bundesregierung soll die Digitalisierung der TV- und Radionetze spätestens im Jahr 2010 abgeschlossen sein. Die analogen TV-Übertragungen laufen dann aus und werden von der Digitaltechnik abgelöst, die mehr Programme in einer besseren Qualität verspricht. Denn dort wo ein analoger TV-Sender ausgestrahlt wird, finden zukünftig bis zu zehn digitale Kanäle ihren Platz.

Bereits heute ist der digitale Empfang per Kabel (DVB-C), Antenne

(DVB-T) und Satellit (DVB-S) fast flächendeckend möglich und bietet viele Vorteile und nur sehr wenige Nachteile.

Vorteile des digitalen Fernsehens:

  • Mehr Programmvielfalt, da über die bestehenden Bandbreiten fast 10mal so viele digitale Sender ausgestrahlt werden können
  • Timeshift - Zeitversetztes Fernsehen: Mit Hilfe von Festplattenrecordern kann das Fernsehprogramm aufgezeichnet und noch während der Aufnahme wieder abgespielt werden.
  • EPG - Elektronischer Programmführer: Ein EPG bringt auf Knopfdruck Informationen zum laufenden und zukünftigen Programm sowie Hintergrundinfos zu Filmen und Sendern auf den Bildschirm. Timeraufnahmen können zumeist durch einfaches Anklicken der gewünschten Sendung direkt im EPG vorgenommen werden
  • Mit digitalem Fernsehen empfangen Sie auch digitale Tonsignale wie Dolby Digital oder DTS. Weiterhin ist in Zukunft auch der Empfang von HDTV möglich. Einige Sender bieten schon heute Teile ihres Programms in HDTV an.
  • Nachteile:

  • Zum Empfang von digitalem Fernsehen sind neue Geräte erforderlich. Herkömmliche, analoge, TV-Geräte können kein digitales Fernsehen empfangen und benötigen hierfür eine sog. Set-Top-Box, die die empfangenen digitalen Signale wieder in analoge Pal-Signale umwandelt. Moderne LCD-Fernseher können die Signale z.T. schon direkt verarbeiten.
  • Anfälligkeit gegenüber Witterungsbedingungen: Bei schlechtem Wetter, z.B. bei Starkregen, Schneefall, Gewitter, Sturm, kann es beim Empfang über digitalen Empfänger zu Ausfällen kommen. Im Gegensatz zum analogen Empfang sieht man nicht das bekannte "Schneegestöber", sondern es kommt zu Klötzchenbildung bzw. einem schwarzem Bildschirm.

Nachfolgend erfahren Sie mehr über die verschiedenen Übertragungsarten DVB-C, DVB-T sowie DVB-S.

DVB-T Das digitale Überallfernsehen

DVB-T, digitales terrestrisches Fernsehen, löst den analogen Empfang über Antenne schrittweise bis 2010 in ganz Deutschland ab. Um DVB-T empfangen zu können brauchen Sie eine herkömmliche Antenne (Haus-, Außen- oder Zimmerantenne, je nach Empfangsgebiet) sowie eine Set-Top-Box für Ihren analogen Fernseher bzw. ein modernes digitales Empfangsgerät.

DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) ermöglicht die Übertragung von 18 bis 24 Fernsehprogrammen über eine herkömmliche Hausantenne. Zu diesem "klassischen" Fernsehangebot kommen viele weitere Dienste, zum Beispiel Mediendienste wie multimediale CityGuides oder Business-Channels, die die Regionen mit wichtigen News versorgen und ein EPG gehört in der Regel auch zum Funktionsumfang. Aber auch der Zugang zu Internetseiten mit ihrer großen Informationsvielfalt ist möglich.

Beim analogen Fernsehen wurden die Daten wellenförmig über Funk verbreitet. Die Digitaltechnik verpackt die Daten nun als (Binär-)Code aus Nullen und Einsen in sogenannten Containern. Beim Empfänger werden diese Datenpakete dann wieder entschlüsselt. Zur Übertragung der digitalen Daten wird derzeit das Kompressionsverfahren MPEG-2 verwendet, welches bereits dem Jahre 1991entstammt. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in den günstigen Anschaffungspreise der Empfangsgeräte, da die entsprechenden Decoderchips sehr kostengünstig hergestellt werden können. Nachteilig ist die, im Vergleich zu MPEG-4, schlechtere Codierung.

Im Zuge der voranschreitenden HDTV-Einführung, welche in Europa komplett in MPEG-4 erfolgt, werden aber auch für DVB-T mittelfristig Empfangsgeräte mit MPEG-4-Dekoder nötig sein, wie es sie für DVB-S und DVB-C schon gibt.

Der Empfang von DVB-T ist, mit Ausnahme der Rundfunkgebühren, derzeit kostenlos.

DVB-C Interaktives Fernsehen über Kabel

Digital Video Broadcasting - Cable (DVB-C) ist eine Variante von DVB, die für die Übertragung von digitalen Mehrwertdiensten über den Kabelanschluss verwendet wird.

Mit 22,3 Millionen Kabelanschlüssen ist Deutschland der zweitgrößte Breitbandkabelmarkt nach den USA. Bis vor kurzem wurden jedoch über das Kabelnetz größtenteils nur analoge Inhalte verbreitet, sowie die digitalen Pay-TV-Angebote von Premiere.

Erst seit Januar 2006 sind über digitales Kabel auch Inhalte der RTL-Gruppe sowie von ProSiebenSat1 verfügbar und bieten somit eine interessante Alternative zu den anderen Empfangsarten.

Vorteil ist ein vom Wetter unabhängig guter und gleichmäßiger Empfang, Nachteilig sind die zumeist zu entrichtenden monatlichen Entgelte zur Nutzung.

Digitale Kabelnetze bieten aktuell bereits weit mehr Dienste als nur Fernsehen und Radio. So bieten viele Netzbetreiber bereits Telefondienste und Internet über das "Fernseh"-Kabelnetz an. Diese Kombination von Fernsehen, Telefon und Internet nennt man Triple-Play. Auf diese Art und Weise sind interaktive Fernsehsendungen möglich, in denen der User direkt über sein Fernsehgerät interaktiv am Programm teilnehmen kann.